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Neue Freizeitgartenhaus-Typen für die Stadt Bern
19.03.2025 In einem interdisziplinären Projekt entwickelten Studierende des Departements Architektur, Holz und Bau Ideen und Entwürfe für nachhaltige und modulare Gartenhäuser. Zwei Entwürfe wurden als Prototyp realisiert.
Das Wichtigste in Kürze
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In einer interdisziplinären Projektwoche haben Student*innen der Bachelorstudiengänge Architektur, Holztechnik und Bauingenieurwesen zahlreiche Entwürfe für neue Gartenhäuser ausgearbeitet.
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Auf Wunsch von Stadtgrün Bern (Stadt Bern) wurden zwei Entwürfe von Architekturstudent*innen und mit Unterstützung von ERNE Holzbau als Prototyp realisiert.
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Im Mai 2025 sollen die Prototypen in einem Freizeitgartenareal der Stadt Bern aufgebaut und getestet werden.
Interdisziplinär zu neuen Ideen
Angefangen hatte alles im Herbst 2023, als sich Student*innen der Bachelorstudiengänge Architektur, Holztechnik und Bauingenieurwesen mit der Weiterentwicklung des Familiengarten-Areals Ladenwandgut in Bern befassten. Sie taten dies im Rahmen der interdisziplinären Projektwoche «Special Week». Im Fokus der Aufgabenstellung stand das Freizeitgartenhaus als Haustyp.
Die Anforderungen waren nicht einfach: Die neuen Gartenhäuser sollten zweigeschossig, modular und erweiterbar sein, Nutzungen als Gewächshaus, Aufenthaltsraum oder Dachgarten erlauben, möglichst energieautark funktionieren und Regenwasser integrieren. Mit der gemeinsamen Intelligenz der angehenden Ingenieur*innen und Architekt*innen konnten die unterschiedlichen Aspekte berücksichtigt und integrale Lösungen gefunden werden.
Vom Entwurf zum Prototyp
Die Entwürfe der Student*innen haben die Projektpartnerin Stadtgrün Bern derart überzeugt, dass die Stadt Bern die Umsetzung von zwei Prototypen ermöglichte. Im Rahmen einer zweiwöchigen Springschool wurden die zwei Entwürfe «Gardenhuis» und «Mikado» im Frühling 2025 von Studierenden Bachelor Architektur weiterentwickelt und als Prototyp realisiert.
In der ersten Woche der Springschool wurden die zwei Entwürfe in ein Ausführungsprojekt überführt. In der zweiten Woche hatten die Student*innen die Gelegenheit, die Gartenhäuser als 1:1 Prototypen im Werk von ERNE Holzbau in Laufenburg zu produzieren und probeweise aufzubauen.
Am Ende der Springschool wurden die modularen Gartenhäuser wieder demontiert, verpackt und zur Lagerung nach Bern transportiert. Im Mai werden sie in einem Freizeitgartenareal in der Stadt Bern aufgebaut. Anschliessend folgt die Testphase, nach der die Stadt entscheidet, ob sie einen der beiden Prototypen als neuen Standard beschaffen will.
Aufgabenstellung Springschool FS 25
Die beiden Projekte sind als Vorprojekt zu verstehen und müssen in ein Ausführungsprojekt überführt werden. Die Verfassenden der beiden Projekte werden am ersten Tag ihre Projekte und ihre Erkenntnisse zum Projekt präsentieren. Wir werden in zwei Gruppen (eine Gruppe pro Projekt) die beiden Projekte beplanen und Im Werk von ERNE Holzbau diese bauen.
Architektur und Konstruktionen
Die beiden Projekte sind bezüglich der Konstruktion, der Materialität und der Architektur, sowie dem Fertigungsprozess auszuarbeiten. Die Bauten müssen Modular sein, sodass sie einfach und mehrfach auf- und abbaubar sind. Ebenfalls ist die aufzuzeigen, auf welche Arte von sinnvoller Gründung das Freizeitgartenhaus aufgebaut werden soll. Ziel wäre maximal wenig Aushub zu haben, auf Beton verzichten zu können und ein Fundamenttyp zu wählen, der auch an einem nächsten Ort weiterverwendet werden könnte. Auch Re-Use Bauteile sollen geprüft werden.
Ausbaugrad
Die Gartenhäuser sollen in einem robusten/edlen Rohbau erstellt werden. Die späteren Besitzenden werden je nach bedarf die Bauten ausbauen können.
Architektur & Ästhetik
Seit Jeher sind die Gartenhäuser das Strukturierende der Freizeitgartenareale. Dies zeigt sich in der Gesamtqualität als ein wichtiger Faktor. Entsprechend wird erwartet, dass der neue Freizeitgartentyp die Kraft hat, diese Qualität zu liefern. Die Gartenhäuser sollen gestalterisch hochwertig, gleichwohl einfach und zeitlos sein. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es banale „Kisten“ sein sollen. Durch multifunktionale Bauteile (Aufklappbarkeit, Farbigkeit, etc.) sollen die Freizeitgartenhaustypen einmalig und charakterstiftend sein.
Haustechnik
Freizeitgartenhäuser sind ungedämmt und dürfen nicht „bewohnt“ oder zur Übernachtung genutzt werden. Entsprechend bedarf es keiner Haustechnik.
Ziel
Das Ziel der Spring School 2025 ist, die beiden Prototypen in 1:1 zu erstellen.

Learning by doing
Die kurze Bearbeitungszeit von zwei Wochen zählte für die Student*innen zu den grössten Herausforderungen. Ein Gewinn waren die gut entwickelten Projektideen, die das Resultat der interdisziplinären Projektwoche vom Herbst 2023 waren. Das machte die Umsetzung einfacher.
In zwei Wochen galt es, die Entwürfe in ein baubares und sicheres Projekt weiterzuentwickeln. Dafür arbeiteten die Student*innen in zwei Teams. Sie hatten zwei Tage Zeit, um alle Ausführungszeichnungen und technischen Zeichnungen anzufertigen. Diese wurden dann zur Vorbereitung an ERNE Holzbau in Laufenburg geschickt. Im Werk vor Ort begleitete jedes Team die Produktion ihres Gartenhauses und baute dieses unter Anleitung von ERNE-Experten selbst auf. Das war eine der wertvollsten Erfahrungen: Learning by doing!
Coaching-Team
- Daniel Baur, Professor für Landschaftsarchitektur und Städtebau
- Edyta Augustynowicz, Professorin für digitales Bauen
- Charles Job, Professor für Architektur und Entwurf
- Roman Hausammann, Dozent für Holzbau, Statik, Stahlbau
Partner
Wir danken ERNE Holzbau für die grossartige Unterstützung und Stadtgrün Bern für die engagierte Fortsetzung eines Projekts, das im 2023 begann.
- ERNE AG Holzbau, Laufenburg
Thomas Wehrle, Leiter Technik - Stadtgrün Bern
Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün, Stadt Bern
Giovanna Alonge, Leiterin Freizeitgärten Stadt Bern